Na dann WYST du doch Bescheid jetzt! – So why you still talking?

Mindestens genauso interessant wie die Designs eines Modelabels sind ja manchmal auch deren Namen. Wir wollen gar keinen Hehl daraus machen, was man eigentlich unter WYST versteht. Denn hinter diesen Buchstaben, angelehnt an Jennifers Nachnamen Weist, verbirgt sich ein für uns wichtiger Leitsatz, der vielleicht auch euch inspirieren könnte. 

“Woher kommt denn eigentlich euer Name?” Keine Frage habe ich so oft gehört wie diese. In den ersten fünf Jahren Jennifer Rostock wurde sie uns bei jedem Interview gestellt. Ab dem sechsten Jahr dann nur noch bei jedem zweiten, immerhin. Und ich weiß bis heute gar nicht so richtig, was von uns mit der Antwort erwartet wurde. Es gab leider keine besonders gute, lustige oder spannende Geschichte zur Namensentstehung, aber wir hatten das Gefühl, genauso etwas wollte man von uns hören. Statt immer wieder die selbe langweilige Story zu erzählen, fingen wir deshalb irgendwann an, uns Geschichten auszudenken, und so kursierten bald sehr viele verschiedene Versionen im Internet, von denen keine mehr etwas damit zu tun hatte, wie es sich wirklich zugetragen hatte. Was Redakteur*innen rückblickend betrachtet, glaube ich, motivierte, die Frage beim nächsten Interview ruhig noch mal zu stellen.

Deswegen dachte ich, nutze ich diesmal die Gelegenheit gleich jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem noch keiner nachgefragt hat und noch kein Druck auf mir lastet, eine fancy Geschichte erzählen zu müssen, um euch die Bedeutung vom Namen meines Labels WYST zu erklären. Später, wenn dann auch hierzu wieder komische Stories rumkursieren, könnt ihr sagen: “Ich weiß, wie es wirklich war!”

Meine erste Idee für den Namen meines Modelabels hatte ich bereits vor vier Jahren. Als es dann wirklich ernst wurde und ich ihn beim Patent- und Markenamt schützen lassen wollte, stellte ich bei der Recherche fest, dass bereits eine Marke mit diesem Namen existierte und es blieb mir nichts anderes übrig, als mir einen anderen zu suchen. Erst fiel es mir wahnsinnig schwer, mich nach so einer langen Zeit auf etwas Neues einzulassen, dann sah ich aber die Chance im Unglück. Heute weiß ich, dass es besser nicht hätte kommen können. Dinge passieren nicht ohne Grund, sage ich immer. 

Ich kann nicht sagen, wie viele Stunden, wie viele Abende drauf gegangen sind, um diesen Namen zu finden, obwohl er doch so nahe liegt. WYST by Yaenniver, ein Modelabel von Jennifer Weist alias yaenniverfromtheblock. An dieser Stelle muss ich mich bei Rihanna bedanken, die mir letztendlich den entscheidenden Anstoß zum Resultat gab. Sie hat, wie vielleicht einige von euch wissen, auch eine eigene Modemarke, die FENTY by Rihanna heißt. WEIST von Jennifer klang halt nur nicht so cool, deshalb WYST by Yaenniver.

Und sobald man das Gefühl hat, DEN Namen gefunden zu haben, dann gibt man ihn natürlich erst mal in eine Suchmaschine ein und checkt, was man dabei so findet. In meinem Fall habe ich eine alternative Gothic/Wave/Electro Band, die auf historischen Instrumenten spielt, ein DJ-Trio, das es nicht mehr gibt, und noch ein paar kleinere Unternehmen in anderen Bereichen gefunden, aber kein Modelabel. Somit hatte die Suche endlich ein Ende.

Und beim Durchforsten der Suchmaschine machte ich auch gleich die nächste Entdeckung: WYST, eine Abkürzung für “Why you still talking”. An dieser Stelle dann auch ein freundliches “Guten Morgen” an alle, die das erst jetzt gecheckt haben. WYST ist nicht nur mein Name mit cooleren Buchstaben, er steht für auch für etwas, woraus wir uns zwei Bedeutungen ziehen:

Nicht nur reden, sondern auch machen! Zu oft wird nur über etwas gesprochen, die Umsetzung dessen jedoch aufgeschoben. Unsere Sprache ist unser wichtigstes Gut, Kommunikation ist der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme, keine Frage. Allerdings müssen unseren Worten auch Taten folgen. Wie wir das bei WYST genau umsetzen wollen, erfahrt ihr schon bald. Außerdem ist unser Leitsatz eine Erinnerung daran, dass wir niemandem außer uns selbst gerecht werden müssen. Egal, was ich sage, mache, anziehe, es wird immer Menschen geben, denen daran etwas nicht passt, das kann ich nicht ändern. Was ich aber ändern kann, ist meine Einstellung zu diesen Menschen. Mit “Why you still talking” lasse ich mein Gegenüber wissen, dass es um mein Leben, meinen Körper und meine Regeln geht.

Das steckt hinter dem Namen meines Modelabels und jetzt, wo ich es niedergeschrieben habe, hoffe ich, dass ich vielleicht doch noch mal von ein paar Redakteur*innen dazu befragt werde. Hier gibt es einfach ein bisschen mehr zu erzählen als bei Jennifer Rostock, aber ich will euch zum Schluss natürlich trotzdem nicht hängen lassen: Bei einem Songwriting-Workshop in Rostock haben wir damals unseren ersten Produzenten kennengelernt und er hat mich in sein Handy als Jennifer Rostock eingespeichert, weil es da schon ein paar andere Frauen mit dem gleichen Vornamen gab. Und das war es dann auch schon. Ich sags ja, geile Geschichte, mega lustig, mega spannend.

Mit dem Sprung von der Musikindustrie in die Modebranche muss ab jetzt nicht mehr nur mein Vorname, sondern vor allen Dingen mein Nachname herhalten, wegen dem ich mir mein ganzes Leben lang schon dumme Wortspielchen anhören musste. Rubriken wie “WYST du eigentlich…” oder “WYST beweist” bleiben euch auf unserem Blog deshalb erspart. Nur noch ein allerletztes Mal:

Und? WYST du Bescheid jetzt?